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Foerdergemeinschaft fuer Kinder in Indien ev.V.

Fesenfeld 57

28203 Bremen

Germany

Postbank Hamburg,    Kontonummer 778 000 209    Bankleitzahl 200 100 20


Eilmeldung vom 21.12.2004 : So - ich bin wieder zu Hause in Bremen - gerade angekommen. Resultat der Arbeit in Indien: innerhlab von 7 Wochen konnten insgesamt 28.500 Kinder geimpft werden in Goa, in Bombay, in Thane und in Gujarat um Nadiad bei Ahmedabad: Auf insgesamt 53 Impf-Camps !


 

z.Zt. in Thane bei Bombay (Mumbai) / Indien

 

An unsere

Mitglieder, Spenderinnen & Spender und Interessierte

in Deutschland

                                                                                                Bombay, den 1.12.2004

 

Kurzbericht von unseren Aktionen im November 2004 in Indien

 

Eigentlich habe ich gestern nur rund 1100 Kekspackungen ausgegeben. Trotzdem sind meine Ohren immer noch etwas taub… Es geschah in Thane, einem riesigen Vorort von Bombay mit weit mehr als einer Million Einwohnern und vielen Slumgebieten.  Allerdings waren alle Kinder gerade vorher von denen beiden indischen Aerzten geimpft worden – was in der etwa sechs Quadratmeter grossen Arztpraxis zu einem ohrenbetaeubenden Laerm gefuehrt hatte – und mir droehnen immer noch die Ohren davon !

 

Bisher wurden im November 2004 – ermoeglicht durch Spenden aus Deutschland – ueber 10.000 Kinder hier und in Goa (bei Vasco da Gama / Baina) gegen Hepatitis B geimpft, etwa zehn Prozent von ihnen zusaetzlich gegen Mumps-Masern-Roeteln oder nur Roeteln. (insgesamt in neun Jahren ueber 70.000 Kinder gegen verschiedene Kinderkrankheiten).

 

Es war unser Camp Nummer 20 (im November 2004) und nun ist “Halbzeit. Heute abend geht es weiter mit der Eisenbahn nach Nadiad bei Ahmedabad in Gujarat. Dort warten noch einmal mindestens 10.000 Kinder darauf, geimpft zu warden – hoffentlich ist es dort dann weniger laut…

 

Jedes Kind bekam eine Packung Kekse (s.o.) , was dann leider auch nicht immer zur Beruhigung fuehrte. Wo es erforderlich schien erhielten die Eltern zusaetzlich eine grosse Flasche mit Vitamin-Syrup, die kostet weniger als einen halben Euro und Vitamine werden dringend gebraucht – die Standard-Kost in den Familien mit geringem Einkommen besteht in der Regel nur aus Reis un Dal, was praktisch keine Vitamine etc. enthaelt.  Solange der Vorrat reichte bekamen die Kinder jeweils einen Teddy oder ein kleines Kuscheltier geschenkt, welche uns Spender in Deutschland gebracht hatten. Leider sind diese nun alle, aber alle haben sicher auch zum grossen Andrang beigetragen.

In Gujarat lagern noch einige Kartons mit Kuscheltieren, die wir dann dort den Kindern geben koennen (bitte vor eine “Tierspende” vorher mit uns in Bremen Kontakt aufnehmen – wir wuerden gerne noch viel mehr hier zur Verfuegung haben, aber, wenn der Transport nicht wie in den letzten Jahren uns von einer befreundeten Firma (Eurocopter) gespendet wird, dann ist eine Versendung hierher nicht moeglich. 

 

Zur Buchfuehrung etc: Etwas liegt den Menschen in Indien offenbar eher weniger: Planung, Termineinhaltung und eben Buchfuehrung. Die Kinder muessen ein zweites- und drittel Mal geimpft warden gegen Hepatitis B, sonst bringt die Impfung nicht viel.

Das korrekte Schreiben von Impfkarten und Listen hat erhebliche Energie gekostet – denn in einer Schlange zu warten bis man an der Reihe ist ist hier vielen Leuten voellig fremd.

 

Dr. Hans Huette aus Bremen wird im Januar hier auftauchen und fuer die zweite Impfung sorgen – es ist alles vorbereitet – vielleicht wird auch er einmal als Tuersteher fungieren !

 

In den ersten Tagen des Novembers hatte ich wie frueher schon des oefteren erhoehten Blutdruck, wenn das bestellte Aute einfach erst zwei Stunden spaeter auftauchte, ploetzlich wegen eines mir voellig ungekannten Feiertags Geschaefte geschlossen waren, ein Arzt nicht auftauchte  oder ein wichtiger Parteifuehrer festgenommen wurde und deshalb wie vor einigen Tagen zum Generalstreik aufgerufen worden war (Ploetzlich waren fast alle Geschaefte geschlossen und nichts lief mehr…).  Dass ploetzlich  alle Banken wegen eines Bank-holidays nicht oeffneten oder die Schulkinder wegen der anstehenden wichtigen Pruefungen nicht geimpft werden konnten , ein religioeser Feiertag in einer der vielfaeltigen Religionen anstand (z.B. Diwali oder das Ende von Ramadan) oder auch ein Guru Geburtstag hat – die Liste liesse sich beliebig fortsetzen.

 

Aber nach einigen Tagen Eingewoehnungszeit passt man sich an und rechnet nicht mehr mit Puenktlichkeit, sondern zaubert eben irgendwie, wenn Spritzen oder Tabletten (gegen Fieber nach den Impfungen) ausgehen und nicht mal eben aus dem Stand beschaffbar sind. Das Chaos wird dann eben der Normalzustand und man sollte den Tagesablauf (oder den Zustand der Autos, Busse oder Strassen) nicht mit unseren Massstaeben, sondern eher als Belastungstraining betrachten – man kommt dann gestaerkt zurueck nach Deutschland und freut sich ueber eine saubere Toilette –  zumindest in Slumgebieten eher ein Problem.

 

Eher ueberracht ist man, dass man offenbar immer noch weiter “herunter” gehen kann – vor einigen Tagen passierten wir auf der Fahrt zu einem Impf-Camp einen Steinbruch, neben dem eine Ansammlung von Elendsquartieren (von den dort Arbeitenden)  mit einer Anzahl dort spielenden  froehlichen Kindern stand. Wir hielten an und haben den Familien Vitamin-Syrup gegeben, fuer jedes Kind eine Flasche, und jedem Kind eine Kekspackung – den Lebensstandard koennen wir leider nicht aendern. Nach Toiletten oder Waschgelegenheiten etc. habe ich nicht gesucht – es gab keine. Wasser wird in Eimern von einer Zapfstelle geholt und zu den Huetten geschleppt…. Es war erschuetternd.

 

Zusammengefasst: Ich denke, man kann nach Ablauf der ersten Halbzeit wohl vorzeigen, was bisher im Herbst 2004 in Zusammenarbeit mit einem Super-Team und den indischen Aerzten, welche nach unseren Massstaeben eher fuer einen Hungerlohn  arbeiten, erreicht werden konnte. Fest eingeplant ist noch die Impfung von weiteren 10.000 Kindern in Gujarat bei Ahmedabad auf dem Lande  – dort in Dorfschulen, was die Buchfuehrung (Jedes Kind muss dreimal gegen Hepatitis B geimpft werden) erleichtern wird. Man freut sich immer wieder, wenn aus einer Huette ein unserer Impf-Karten aus frueheren Jahren herausgeholt und vorgezeigt wird – dann macht die Arbeit trotz des Laerms einfach Spass.

 

Eine Aufstellung aller Camps mit den kompletten Daten wird nach dem Abschluss Ende Dezember im internet veroeffentlicht warden, bitte besuchen Sie doch im internet unter www.bombay.de , www.regge.com  oder auch  www.kindergarten.org  .

 

Die Durchnittskosten pro Kind liegen i. A. (alles eingerechnet) wieder wie geplant bei etwa einem Euro. Die Impfstoffe konnten wir in grossen Mengen direkt vom Hersteller (Serum Institute of India) kaufen, sie kosten nur ein Bruchteil von den in Deutschland zu zahlenden Preisen.

 

Mit freundlichen Gruessen und ein schoenes Weihnachtsfest aus dem recht warmen Indien – heute haben wir gut 28 Grad hier – und Sie frieren sicher in Deutschland !!!

 

 

(Hans-Joachim Regge, Thane bei Bombay / Mumbai)                     Bericht_2004_12_1_B)

 

Gujarat, Nadiad bei Ahmedabad , den 7.12.2004

 

kleiner Nachtrag – bereits aus Nadiad bei Ahmebad in Gujarat :

 

innerhalb weniger Tage konnten hier in diversen kleinen und groesseren Dorfschulen rund 4800 Kinder geimpft werden, insgsamt also liegen wir bereits bei ueber 16.000 innerhalb von fuenf Wochen in 27 Impf-Camps – es geht aber noch weiter !

 

aus Gujarat nach einem lautstarken Tag…

 

Hans-Joachim Regge

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